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Mobile Reitschule Veronika Darchinger |
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![]() Fabiani hat hier zum ersten Mal (30. Oktober) die neue Trense unter dem Halfter an. Geführt wird am Halfter. ![]() Auch der Sattel ist zum ersten Mal auf Fabiani. Im Schritt und Trab ging sie anstandslos als Handpferd mit (30. Oktober). Die Steigbügel haben wir noch weg gelassen. ![]() |
Fabiani - Fortsetzung... 21. Oktober 2011 (Bilder vom 30. Oktober) Fabiani und Mortimer sind inzwischen ein Herz und eine Seele, was die weitere Arbeit mit Fabiani enorm erleichtert. So habe ich heute bereits zum 2. Mal Handpferde-Training gemacht, allerdings noch im sicheren Bereich der Koppel. Es könnte ja sein, dass ich unvorhergesehen Fabiani loslassen muß - was aber bisher nicht der Fall war. Heute waren bereits alle drei Gangarten möglich. Wendungen klappten bereits bei unserer ersten Übungseinheit gut. Fabiani hatte sehr schnell begriffen, was von ihr erwartet wird - woran es hapert ist lediglich die Kondition :-) Wenn man einem Pferd beibringen möchte, als Handpferd in allen Gangarten artig mitzulaufen, muß man ein paar Dinge beachten, damit es nicht gefährlich wird. Das Wichtigste ist ein absolut verlässliches Reitpferd, das sich durch nichts aus der Ruhe bringen läßt und so leichtrittig ist, dass es mühelos mit einer Hand geritten werden kann - und zwar in allen Gangarten. Somit hat man eine Hand frei, um den Führzügel oder -strick des Handpferdes zu halten. Ebenso wichtig ist es, dass das Reitpferd sich von der Position des Handpferdes nicht treiben läßt - was in der freien Natur bei dieser Position der Fall wäre: Das Handpferd läuft in etwa mit dem Kopf auf Schulterhöhe des Reitpferdes. Notfalls muß man also mit seinem Reitpferd zunächst üben, das Tempo nicht zu verändern wenn ein anderes Pferd auf Schulterhöhe auftaucht... Das Handpferd muß sich bereits vom Boden aus problemlos am Halfter in Schritt und Trab führen lassen, Stimmkomandos kennen und an die Gerte gewöhnt sein (also treibende Gertensignale kennen). Handpferd und Reitpferd müssen sich kennen und vertragen. Keines der beiden Pferde darf vor dem anderen Angst haben. Ich habe das Training mit Fabiani mit Halfter und Führstrick durchgeführt und festgestellt, dass sie sich damit gut kontrollieren läßt. Ein Grundsatz ist übrigens wichtig. Bevor der Reiter vom Handpferd vom Pferd gezogen wird, läßt er das Handpferd besser los, denn: ein führungsloses Pferd ist nicht ganz so schlimm wie zwei... Bei heftigeren Pferden kann es sinnvoll sein, eine Führkette über der Nase zusätzlich(!) zu dem ganz normal eingehängten Führstick einzusetzen (wie bei Linda Tellington Jones, die wohl den meisten ein Begriff ist...). Zwei Führleinen sind sinnvoll, damit die Führkette nur im Notfall und ganz gezielt eingesetzt wird, falls das Handpferd vorstürmen möchte. Würde man nur mit Führkette über der Nase reiten ist die Gefahr groß, dass diese zu häufig und zu stark eingesetzt wird. Das Ergebnis wäre ein verunsichertes Handpferd, das sich nicht mehr traut mitzulaufen oder anfängt mit dem Kopf zu schlagen. Natürlich erfordert der Umgang mit zwei Führleinen in einer Hand eine gewisse Routine. Ich greife diese beiden Leinen immer so, dass die Führkette länger ist als der andere Führstrick. Ignoriert das Handpferd den normalen Führstrick und versucht vorzustürmen, lasse ich den normalen Führstrick durch die Hand rutschen und die Führkette (kurz!) einwirken. Wichtig ist in diesem Zusammenhang übrigens, dass die Leinen nicht in Schlingen liegen, die sich um die Hand zusammenziehen könnten! Außerden: immer Handschuhe tragen! Absolut abraten würde ich davon, das Handpferd am Gebiß zu führen. Die Gefahr einer ungewollt harten und unkontrollierten Einwirkung ins Pferdemaul wäre groß und man möchte das Pferdemaul doch schonen und sensibel halten. |
Natürlich übt man das Handpferdereiten zunächst im Schritt. Wenn es geradeaus oder am Zaun entlang gut klappt, dann werden Wendungen eingebaut. Dabei ist es wichtig, dass das Handpferd stets seine Position "Kopf ungefähr auf Höhe des Reiterbeins" hält. Klappt alles, kann das Tempo erhöht werden. Zu guter letzt übt man einen kontrollierten Positionswechsel des Handpferdes und läßt es mit langem Strick zwischendurch hinter dem Reitpferd laufen um es anschließend wieder neben sich zu holen (was meist schwieriger ist). Bei engen Wegen können kontrollierte Positionswechsel eine große Hilfe sein. Wenn das Handpferdereiten dann in allen Gangarten in der sicheren Koppel gut funktioniert, kann man sein Handpferd mit ins Gelände nehmen. Mögliche Probleme, die auftauchen könnten: * Das Handpferd "hängt sich ins Seil und kommt nicht mit". Lösung: Gerteneinwirkung überprüfen, hinterfragen, ob das Handpferd vielleicht doch Angst vor dem Reitpferd hat, eventuell die Reaktion auf den Gerteneinsatz nochmal vom Boden aus üben oder einen Helfer anfangs mit Gerte hinterher gehen lassen, um dem Handpferd die gewünschte Position zu zeigen. * Das Handpferd wird frech und will anfangen mit dem Reitpferd zu spielen (zwicken, ansteigen, ausschlagen usw.). Lösung: das Handpferd vor dem Üben laufen lassen, damit es den Übermut vorher schon abbauen kann. In der akuten Situation, das Pferd energisch mit der Stimme zurecht weisen und mit der Gerte auf Abstand halten. Gleichzeitig muß man auch darauf achten, dass die Führleine dem Pferd nicht zu viel Spielraum läßt. Das Handpferd darf nie die Möglichkeit haben, vor das Reitpferd zu laufen! Die Vorteile des Handpferdereitens liegen auf der Hand: Es ist natürlich rationell, denn ein Reiter kann zwei Pferde gleichzeitig bewegen. Man kann auch einen Reitanfänger gut und sicher auf einem braven Handpferd mit ins Gelände nehmen. Und es kann selbst jungen, ungerittenen Pferden entsprechende Bewegung verschafft werden. Ein junges Pferd kann aber als Handpferd nebenbei auch sehr viel lernen. Und genau diesen Aspekt verfolge ich mit Fabiani. Es kennt den Menschen vor dem ersten Aufsitzen schon in einer Position von oben und hat gelernt von oben geführt zu werden und dies nicht als bedrohlich zu empfinden. "Mensch von oben" hat für viele Jungpferde beim Einreiten zunächst ein hohes Angstpotenzial, da der Mensch im Sattel "Raubtiercharakter" bekommt und nicht mehr sichtbar ist. Im Gelände lernt das Jungpferd an der Seite des erfahrenen Reitpferdes, das ihm Sicherheit vermittelt, viele Situationen kennen. Viele Schrecksituationen vor unbekannten Dingen können so beim späteren Reiten von vornherein vermieden werden. Natürlich kann man das junge Handpferd dann auch den Sattel (noch ohne Reiter) tragen lassen und unter das Halfter eine Trense ziehen. So erfolgt die Gewöhnung an Sattel und Gebiß schonend und spielerisch. Eine Gegenwehr erfolgt in aller Regel nicht - warum auch? Die nächsten Pläne mit Fabiani sind Geländeritte als Handpferd, demnächst auch mit Sattel auf dem Rücken. |
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| © Veronika Darchinger 2011 | ||||||||